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Edith Stein - unsere Schulpatronin

Edih SteinEdith Stein ist eine unbequeme Schulpatronin. Unbequem, weil sich ihr Wirken und ihre Bedeutung nicht auf einen einfachen Nenner oder einen eingängigen Slogan bringen las­sen. Edith Stein war Philosophin und Pädagogin, eine selbstbewusste Intellektuelle, die für die Gleichberechtigung der Frau eintrat, eine Jüdin, die ihre Familie liebte, eine Frau, die nach der Wahrheit suchte, eine Christin, die sich für das kontemplative Leben im Karmel entschied, um in der tiefsten Beziehung mit Gott zu leben und es dennoch nicht scheute, sich mit dem Papst in der Frage der kirchlichen Stellungnahme zur nationalsozi­alistischen Judenverfolgung auseinanderzusetzen, und sie war schließlich eines der un­zähligen Opfer, die in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurden - all diese As­pekte ihres Lebens lassen sich nicht von einander trennen oder in der Akzentsetzung ge­geneinander ausspielen.

Edith SteinEdith Stein lässt sich nicht funktionalisieren, auch nicht für ei­nen "guten Zweck", wie es vielleicht ein Schulprogramm oder ein Schulprofil oder sons­tige gut gemeinte pädagogi­sche Absichten sein können. Und dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - geht von dem Leben dieser großen Frau eine immer neue Faszination aus, die zum Nachfragen, zur kritischen Identifikation, aber auch zum Widerspruch anregt. Diese Erfahrung machen wir in unserem Schulzentrum, das den Namen Edith Steins trägt, jedes Jahr bei der Vor­bereitung und Gestaltung unseres Patronatsfestes. Edith Stein fordert die Schulgemein­schaft immer wieder heraus - zur Frage nach der Rolle der Frau in Kirche und Gesell­schaft, zur Frage noch dem Verhältnis von Juden und Christen, zur Frage nach unserer Beziehung zu Gott.

So vielfältig wie die Fragen sind, waren in den vergangenen Jahren die Zugänge, die wir gewählt haben, um uns Edith Stein zu nähern: der Besuch im Kar­mel, um etwas von der Spiritualität Edith Steins zu erfahren, das Ge­spräch mit Überle­benden des Holocausts, die Exkursionen zu den wichtigsten Stationen im Leben Edith Steins, das Gespräch mit Menschen, die der Heiligen persönlich be­gegnet sind, der Besuch in der benachbarten Synagoge und immer wieder ihre eigenen Gedanken, ihre Texte, die uns auch heute noch ansprechen können.

Die Auseinandersetzung mit Edith Stein wird auch in Zukunft dazu beitragen, dass wir in der täglichen Arbeit den Blick für das Wesentliche nicht verlieren.