Patronatsfest 2018: Vielfalt – Gemeinschaft – Versöhnung

Das diesjährige Patronatsfest hatte viele Facetten und doch einen „roten Faden“: Unsere Schulgemeinschaft ist „bunt und vielfältig“ – was das Alter, die Art der Ausbildung, die Herkunft, Muttersprache und die religiösen Überzeugungen angeht. Die Gemeinschaft in der Vielfalt zu erleben war der zentrale Gedanke in diesem Jahr. Am Beginn stand der gemeinsame Wortgottesdienst mit Pater Ryszard Krupa SCJ, den Schülerinnen und Schüler der Klasse FOS 12a mit ihrer Lehrerin Dr. Aleksandra Chylewska-Tölle vorbereitet hatten. Neben unserer Schulpatronin Edith Stein ging es in den Texten um einen weiteren „Märtyrer“ der katholischen Kirche – um Heinz Bello, der 1944 von einem NS-Militärgericht zum Tode verurteilt und in Berlin-Tegel hingerichtet worden war, weil er aus christlicher Überzeugung ein Gegner von Nationalsozialismus und Militarismus war und sich öffentlich so geäußert hatte.

Vielfalt und Gemeinschaft konnten dann bei einem wunderbar reichhaltigen Buffet unmittelbar erlebt werden. Alle Klassen hatten sich beteiligt und für jeden Geschmack war etwas dabei – Vegetarisches, Gemüse, Obst, Kuchen, Teigtaschen u.v.m. Um keine Abfälle zu produzieren, hatte (fast) jeder seinen eigenen Teller dabei.

Den dritten Teil des Patronatsfestes bildete dann eine Forum in der Kirche, bei dem es um das Wirken des katholischen Journalisten E.A. Jauch (1920 – 1991) ging, der sich in der Nachkriegszeit aktiv für die deutsch-polnische und deutsch-französische Versöhnung eingesetzt hatte. Ein besonderes „Highlight“ war dabei die Teilnahme von Günther Jauch, dem bekannten Fernsehmoderator und Journalisten, der von der Schulgemeinschaft mit großem Applaus begrüßt wurde. Der Anstoß, das Wirken von E.A. Jauch zu ehren und zu würdigen, ging von Frau Dr. Chylewska-Tölle aus, die sich im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten als Universitätsprofessorin mit Persönlichkeiten beschäftigt, die zur Verständigung und Versöhnung beigetragen haben.

Nachdem Schülerinnen und Schüler der FOS 12 a das Leben und Wirken des Vaters von Günther Jauch mit einer Präsentation vorgestellt hatten, wurden in einem moderierten Gespräch mit Dr. Martin Höllen, dem Nachfolger E.A. Jauchs als Chef des Büros der KNA (Katholische Nachrichtenagentur), und Günther Jauch die Persönlichkeit des Geehrten noch weiter beleuchtet und Verbindungslinien in die Gegenwart gezogen. Verständigung und Versöhnung, ein aktives Eintreten für die Demokratie und die Menschenrechte - so die übereinstimmenden Statements der Beteiligten – werden gerade in einer Zeit, in der sich wieder nationale oder gar nationalistische Tendenzen ausbreiten, immer wichtiger. Aber natürlich interessierten sich die Schüler*innen und Studierenden auch für den prominenten Gast ganz persönlich und nutzten ausgiebig die Gelegenheit Fragen zu stellen. Zum Abschluss ermunterte Günther Jauch die Schüler*nnen und Studierenden, die sich am Schulzentrum auf soziale Berufe vorbereiten, ohne Ängste, sondern mit Optimismus und Gottvertrauen in die Zukunft zu blicken. Denn schließlich werde jeder Einzelne in unserer Gesellschaft gebraucht!

In der Aula informiert noch eine kleine Ausstellung über die Hintergründe und bietet weitere Informationen: zur Schulpatronin Edith Stein, zur KNA, der Geschichte des Erzbistums Berlin und zu Heinz Bello, der übrigens ein Mitschüler E.A. Jauchs war und dessen Schicksal sicherlich auch sein Wirken beeinflusst hat.