Michael Steinberg zu Gast in der Fachoberschule: „Bildung und Kommunikation helfen Rassismus zu überwinden“

Es ging um ein nach wie vor aktuelles Thema, die „Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in den USA“ (A Conversation on Race and Race Relations in the United States), über das die Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen unserer Fachoberschule mit Dr. Michael Steinberg, dem Präsidenten der American Academy in Berlin Anfang April diskutierten.

Der Professor für Geschichte, Germanistik und Musikwissenschaft wuchs als Kind deutscher Einwanderer, die von den Nazis verfolgt wurden, in den USA auf. Seit 2016 ist er Präsident der transatlantischen Forschungseinrichtung, die ihren Sitz in Berlin-Wannsee hat.

In der Diskussion mit den interessierten Schülerinnen und Schülern, die sich in den vergangenen Wochen im Englischunterricht intensiv mit dem Thema beschäftigt hatten, wurde der in Deutschland und in den USA unterschiedlich verwendete Begriff „Rasse“ beleuchtet. Thematisiert wurden auch die Geschichte der Sklaverei in den USA, der Bürgerkrieg, die Segregation, die Bürgerrechtsbewegung und die Frage, inwieweit Rassismus heute noch ein Problem in der amerikanischen Gesellschaft ist, obwohl Rassismus seit dem Civil Rights Act 1964 gesetzeswidrig ist.


Dr. Steinberg wies in diesem Zusammenhang auch auf die Proteste seit dem Jahr 2015 hin, als unbewaffnete schwarze junge Männer in unterschiedlichen Situationen von Polizisten bei Verhaftungen erschossen wurden. In den USA beobachtet er gegenwärtig eine Situation, in der viele Menschen sich vom sozialen Aufstieg ausgeschlossen fühlen und den gesellschaftlichen Absturz befürchten. Rassismus und Xenophobie ließen sich am besten mit Bildung, Kommunikation und gesellschaftlichem und politischem Engagement überwinden. Für die Schülerinnen und Schüler, die sich gerade auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiteten, war es eine spannende Diskussion mit einem äußerst kompetenten Gesprächspartner, dem es sichtlich Freude bereitete, wieder einmal als Lehrer tätig werden und zahlreiche Fragen beantworten zu können.

Die Veranstaltung, die auf Initiative unserer Englischlehrerin, Frau Dr. Francine Jobatey, zustande kam, soll bei nächster Gelegenheit eine Fortsetzung finden. Schließlich gibt es weitere aktuelle und brisante Themen, die sowohl in den USA als auch in Deutschland bzw. Europa diskutiert werden. Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit mit der American Academy in Berlin!