„Politik live“: Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl

Es war keine Werbeveranstaltung für eine Partei, aber eine Werbung für die Demokratie – dieses Fazit lässt sich nach der politischen Diskussion mit Direktkandidaten für den Bundestag ziehen. Etwa 100 Schüler und Studierende aller Schulzweige konnten sich am 8. September in der Aula unseres Schulzentrums selbst ein Bild von den politischen Vorstellungen der Parteien und ihren Vertreterinnen bzw. Vertretern machen.

 
Auf dem Podium stellten Cansel Kiziltepe (SPD), Dr. Gottfried Ludewig (CDU), Pascal Meiser (Die Linke), Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Grüne) und Daniela Kluckert (FDP) sich selbst und die zentralen Forderungen und Pläne ihrer Parteien vor. Die auch eingeladene Direktkandidatin der AfD konnte aus kurzfristig eingetretenen persönlichen Gründen an der Podiumsdiskussion nicht teilnehmen. Nach der Vorstellungsrunde und Eingangsstatements stellten die Schüler und Studierende ihre Fragen und sagten ihre Meinung: Was wollen die Parteien konkret zur Verbesserung der Pflege tun? Wie stellt sich die Linke die Abrüstung und Friedenspolitik vor? Wie sieht die FDP den Zusammenhang von Netzsicherheit und größtmöglicher Freiheit? Warum haben CDU und SPD bisher kein Einwanderungsgesetz hinbekommen und wie kann Integration gelingen? Wie bringen die Grünen Verkehr und den Neubau von Wohnungen mit dem Naturschutz zusammen?

 
Digitalisierung, Klimaschutz, Friedenspolitik, die weltweite Migration und die deutsche Asyl- und Einwanderungspolitik wurden ebenso – meist kontrovers - diskutiert. Das ganze Spektrum politischer Aufgaben also, zu dem die Politiker Stellung nehmen mussten und das bei einer Zeitbegrenzung von einer Minute pro Redebeitrag. Jennifer Nawrath und Ellen Drost, Studierende in der Fachschule, sorgten als „Zeitnehmerinnen“ mit Hilfe eines Gongs für die Einhaltung der Regeln, an die sich alle in äußerst fairer Weise hielten. Dabei zeigten die Direktkandidatinnen und Kandidaten nicht nur Sachkenntnis, sondern entwickelten auch erstaunliche „Schnellsprech-Fähigkeiten“ und erhielten häufig Applaus für ihre Beiträge.

    
In der Schlussrunde der von Dr. Francine Jobatey und Schulleiter Matthias Rösch moderierten Diskussion waren die Politiker aufgefordert, kurz darzustellen, was sie als erstes im Bundestag in Angriff nehmen würden. Am Ende gab es keine „Gewinner“ und keine „Verlierer“: Bei allen politische Unterschieden wurden auch Gemeinsamkeiten deutlich, auf Polemik oder populistische Parolen wurde vollständig verzichtet. Die Schüler und Studierenden erlebten fünf authentische Politiker, die für ihre Positionen einstehen und kämpfen, ohne dabei auszugrenzen oder andere zu diffamieren: Eine „Lehrstunde“ in Sachen Demokratie, die sicherlich manchen dazu motiviert, am 24. September zur Wahl zu gehen.